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Als meine Freundin mir bei einem gemütlichen Cafébesuch von dieser neuen City-Tour mit Fokus auf Fotografie erzählte, wurde ich sofort hellhörig und kontaktierte die Gründer. Da ich seit fünf Jahren in Hamburg lebe und immer noch jedes mal mein Smartphone zücke, wenn ich die Elbe lang spaziere oder die Alster umrunde, musste ich die Touren einfach für euch testen. Das Projekt nennt sich Alterways und wurde von Max und Florian ins Leben gerufen. Die beiden hatten das Ziel, eine alternative und kreative Stadtführung anzubieten, die sicherstellt, dass der Besucher die Stadt aus spannenden Winkeln entdeckt und mit authentischen Fotos wieder verlässt.

Ich habe an der Tour „Hamburg rebellisch“ durch die Schanze, Reeperbahn und St. Pauli teilgenommen. Meine Meinung dazu:

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Der Guide zeigt Beispiele für authentische Street-Fotografie

Das besondere an diesen Citytouren ist, dass die Guides Fotografie-Enthusiasten sind. Sie sind also nicht nur da, um Fakten zur Umgebung zu liefern, sondern vor allem, um die Teilnehmer mit Tipps und Tricks für bessere Fotos zu füttern – ob mit dem Smartphone oder der Spiegelreflex. Die meisten Teilnehmer waren jedoch mit Smartphones unterwegs.

Bevor die eigentliche Tour beginnt, gibt der Guide eine kleine Einführung in die Fotografie. Angesprochen werden Themen wie Leading Lines, Framing und der Goldene Schnitt. Außerdem werden Ratschläge zur Straßenfotografie gegeben und gezeigt, wie interessantere Selfies entstehen. Darüber hinaus zeigt der Guide Beispiele für kreative Aufnahmen von der bevorstehenden Route. Das ist besonders für diejenigen interessant, die Hamburg bereits kennen. So bekommen sie etwas Inspiration, um das Bekannte durch andere Augen zu sehen und festzuhalten.

Die Gruppen sind relativ klein (maximal acht Personen), dementsprechend gibt es genug Zeit, um die Einstellungen des Smartphones (oder der Kamera) mit dem Guide durchzugehen und die Funktionen zu testen, die zuvor in der Einführung erwähnt wurden.

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Die Teilnehmer waren von den vielen Farben in der Schanze fasziniert

Ist dies geschafft, kann die Knipserei beginnen. Während der Führung bleibt der Guide ab und zu stehen und erzählt ein paar Fakten und Anekdoten zum Stadtviertel und seiner Geschichte. Meistens allerdings, hält man an, um zu fotografieren. Obwohl bekannte Orte besucht und angesprochen werden, wie die rote Flora oder die Tanzenden Türme, führt der Guide die Teilnehmer auch zu versteckteren Ecken mit viel Fotopotenzial, wie farbenfrohe Hinterhöfe und kleine Nebenstraßen.

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Zeit für Spaß und Albereien gibt es auch

Was ich als sehr positiv empfunden habe, war die entspannte Atmosphäre während des City-Spaziergangs. Aufgrund der kleinen Gruppen hat jeder Teilnehmer reichlich Zeit stehen zu bleiben, verschiedenste Motive auszuprobieren und sich untereinander auszutauschen.

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Es wird jemand fotografiert, der jemanden fotografiert, der etwas fotografiert. Fotocredit: Caro Niemann

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Das Resultat. Fotocredit: Max Lober

Im Moment gibt es die Fototouren nur in Hamburg, aber in ein paar Wochen sollen sie auch in Köln und Frankfurt buchbar sein und Ende des Sommers wollen die Gründer das Programm  in weiteren europäischen Städten anbieten.

Fazit: Die Alterways-Touren machen Spaß und sind eine interessante Möglichkeit, um die Stadt kennenzulernen und tolle Fotos mit nach Hause zu nehmen. Mir gefällt, dass Foto-Anfänger das ein oder andere über (Smartphone-)Fotografie lernen, was auch angewandt werden kann, wenn die Stadt später auf eigene Faust erkundet wird. Um das meiste aus der Tour herauszubekommen, bei Bedarf nachfragen, wie man das, was ihr gerne fotografieren wollt, am besten festhalten kann. Wichtig ist zu wissen, dass das Hauptaugenmerk der Touren auf Fotografie und nicht auf Informationsvermittlung liegt. Obwohl man während der Tour durchaus einige spannende Hamburg-Fakten und Geschichten bekommt, wird es also nicht die gleiche Informationsfülle wie bei klassischen Stadtführungen geben. 

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Jetzt ihr: Habt ihr in der letzten Zeit interessante Stadtführungen mitgemacht? Wo wart ihr und was habt ihr erlebt?